Steuern studieren an der Berufsakademie

12. März 2015 von

Am Mittwoch, den 01.10.2014 war es für mich soweit. Die Immatrikulation, also die Einschreibung für die neuen Studenten an der Berufsakademie, hatte ich bereits einen Tag vorher gemeistert. Nun fieberte ich dem ersten richtigen Arbeitstag meines Lebens entgegen. Mein Puls erhöhte sich spürbar, als ich realisierte, dass es nun endlich losgehen würde. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, auf was ich mich überhaupt einstellen sollte. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Welche Tätigkeiten werde ich übernehmen? Bin ich überhaupt schon in der Lage, gewisse Aufgaben zu bewältigen? Kann ich den Anforderungen gerecht werden? All diese Fragen waren völlig unbegründet, wie ich erfahren sollte. Als ich die Steuerkanzlei betrat, wurde ich sehr herzlich von allen begrüßt und es wurde mir alles gezeigt. Ich sollte mich erst einmal mit allem vertraut machen, um ein Gefühl für die Arbeitsatmosphäre zu bekommen. Jedoch war das nicht ganz so einfach. Denn die Kanzlei war kurz vorher umgezogen und nun strömten Unmengen von Mandanten in die neuen Räumlichkeiten und begutachteten diese. Gegen Ende des Tages durfte ich bereits die ersten Geschäftsvorfälle eines Mandanten buchen, natürlich noch alles unter Beaufsichtigung. Das war auch schon mein erster, abwechsungsreicher Arbeitstag. Keine der schlimmen Befürchtungen, welche mich noch am selben Morgen beunruhigt hatten, traten ein. Grund genug, den nächsten Tagen entgegenzufiebern, da es nun erst richtig losging.

Die Praxisphase beim BA-Studium

So ähnlich wie mir, ergeht es auch anderen Studenten im Leipziger BA-Studiengang Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung oder im Dresdner BA-Studiengang Steuern, Prüfungswesen, Consulting. Auch meine Blogger-Kollegin Maria hat diese Erfahrung gemacht, allerdings in ihrer Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Die Mitarbeiter in der Kanzlei wissen natürlich, dass du im Normalfall noch kein besonders umfangreiches und tiefgründiges Wissen vorweisen kannst. Deshalb wirst du zu Beginn noch „an die Hand genommen“. Eher kleine Buchhaltungen ohne großartige Besonderheiten gehören nun zu deinen ersten Aufgaben. Das heißt du musst Belege sortieren, diese kennzeichnen und dann in DATEV, einem verbreiteten Buchhaltungsprogramm, eingeben. Später werden die Aufgaben dann vielfältiger. Bei Fragen stehen dir die Kollegen mit Rat und Tat zur Seite und helfen, wenn du mal nicht weiterkommst.

Grundsätzliches zur Berufsakademie

Das duale Studium ist, wie auch ein normales Studium, in sogenannte Semester untergliedert. Sie umfassen jeweils einen Zeitraum von sechs Monaten. Da sich mein Studium über drei Jahre erstreckt, gilt es für mich sechs Semester an der BA Leipzig, der Berufsakademie, zu überstehen. Wenn das gelingt, habe ich beste Voraussetzungen, um später sogar Steuerberater zu werden. Natürlich kann ich auch bloß mit meinem Abschluss als „Bachelor of Arts“ in der Kanzlei arbeiten. In der Steuerberatung gibt es viele Arbeitsmöglichkeiten und Aufstiegschancen.

Im Gegensatz zu einem normalen Studium wird das Wissen an der Berufsakademie ähnlich wie bei einer Steuerfachangestellten-Ausbildung auf zwei „Ebenen“ vermittelt. Das sind zum einen die Theorieebene und zum anderen die Praxisebene. Danach richtet sich auch der Aufbau der Semester. Ein Semester unterteilt sich in jeweils eine Theorie- und eine Praxisphase, welche sich über je drei Monate erstrecken. In den Theoriephasen bekommt man einen Fundus an grundlegendem Wissen vermittelt. Den gilt es dann in den Praxisphasen umzusetzen. Aber keine Angst! Man wird nicht sofort von den Dozenten und den Kollegen auf Arbeit überrannt. Die Dozenten setzen natürlich ein großes Interesse für ihr Modul voraus, aber sie arbeiten die Thematiken wirklich von den Anfängen auf. So ist es kein großes Problem, wenn du von einigen Sachverhalten noch gar nichts gehört hast. Jedoch bist du auch selbst gefordert. Denn nach dem Unterricht ist mit dem Lernen noch nicht Schluss. Nun beginnt das Selbststudium – Bücher wälzen und Lösungen für Problemstellungen finden. Der Umfang des Selbststudiums ist jedoch stark vom Dozenten abhängig. Der eine setzt sehr darauf und verweist mehrmals im Unterricht auf das Selbststudium. Der andere sieht es eher gelassen und bringt dir alles Notwendige bereits im Unterricht bei. Die zweite Art von Dozent ist mir persönlich wesentlich lieber.


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