Geheimsache Steuerberaterkanzlei: Schweigen ist Gold

23. Dezember 2015 von

Diese Redewendung gilt es nicht nur im Alltag, sondern auch im Berufsleben in der Steuerberaterkanzlei zu berücksichtigen. Neben Ärzten, Rechtsanwälten und Steuerberatern sind auch deren Mitarbeiter laut Gesetz zum Schweigen verpflichtet. Somit ist eine der ersten Handlungen, welche zu Beginn des Ausbildungsverhältnisses vorgenommen wird, das Unterzeichnen der sogenannten Verschwiegenheitserklärung. Diese ist auch unter den Begriffen des Geheimhaltungsvertrages und der Vertraulichkeitsvereinbarung bekannt. In solch einer Vereinbarung regeln zwei oder mehrere Parteien, also Du und euer Ausbildungsbetrieb, ein Stillschweigen über Verhandlungen, die Ereignisse von Verhandlungen, vertrauliche Informationen, Dokumente oder sonstige Unterlagen. Die Vertragsparteien vereinbaren, die ausgetauschten Daten und Informationen geheim zu halten.

Sensible Daten: Was ein Azubi sagen darf und was nicht.

Die oben angesprochene Geheimhaltung in der Steuerberaterkanzlei bezieht sich besonders auf die sogenannten sensiblen Daten, mit denen Du in der Ausbildung zum bzw. zur Steuerfachangestellten zwangsläufig täglich in Kontakt kommst. Unter sensiblen Daten versteht man z. B. personenbezogene Daten, politische Meinungen oder aber auch Informationen über den Gesundheitszustand einer Person. Charakteristisch für sensible Daten ist jedoch, dass diese Rückschlüsse auf eine konkrete Person ermöglichen. Solche Daten bzw. Informationen sind der Name einer Person, die Adresse des Betroffenen, Fotos, Mail- und Internetadressen.

Aber nicht nur diese konkreten Daten verpflichten Dich zum Schweigen, sondern auch Daten, welche ausreichen, Rückschlüsse auf Personen ziehen zu können. Telefonnummern, Personalausweisnummer oder auch Steueridentifikationsnummern lassen solche Rückschlüsse zu. Bemüh Dich also stets, diese vertraulichen Informationen unter Verschluss zu halten. Nur so stärkst Du als Steuerfachangestellter das Vertrauensverhältnis zu Deinen Mandanten, welches für eine kooperative Zusammenarbeit notwendig ist.

Schweigepflicht in der Praxis

Nach der vielleicht doch etwas trockenen Theorie möchte ich Dir nun anhand einiger Beispiele verdeutlichen, wie sich ein Steuerfachangestellter ausdrücken darf, ohne gleich sensible Daten preiszugeben.

Zulässig sind Formulierungen wie:

  • „Wir haben jetzt einige neue Mandanten in unserer Kanzlei, die auf alle Mitarbeiter verteilt wurden. Ich habe einen Rechtsanwalt zugeteilt bekommen, den ich jetzt buchen darf.“

oder

  • „Ab Montag fängt eine neue Steuerfachangestellte in unserer Kanzlei an.“

Unzulässig hingegen sind Formulierungen wie:

  • „Der Rechtsanwalt Schmidt muss 2.000 Euro an Steuern nachzahlen, weshalb er sich jetzt bei mir beschwert.“

oder

  • „Ich bearbeite jetzt die Buchhaltung des Bekleidungsgeschäfts Müller. Daraus kann ich entnehmen, wie viel die einzelnen Mitarbeiter verdienen.“

Tipp für die Ausbildung

Du solltest darauf achten, dass keine Namen oder aber auch bestimmte Beträge genannt werden. Bemüh Dich also, Deine Aussagen so allgemein wie möglich zu halten.


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