Wie viel Mathe braucht ein Steuerfachangestellter?

11. April 2016 von

Oder anders gefragt: Kann man Steuerfachangestellte/r werden, auch wenn man kein Mathe-Ass ist?

Man kann nicht verschweigen, dass die Mathematik, also der Umgang mit Zahlen und das logische Denken, eine wichtige Hilfe bei schwierigen Knobelaufgaben ist. Diese gibt es in der Ausbildung und im Arbeitsalltag für Steuerfachangestellte immer mal wieder. Doch damit meine ich nicht, dass Du perfekt im Kopfrechnen sein musst oder mir gleich sagen können musst, wie viel 392 geteilt durch 14 ist. Einen Blick für Zahlen solltest Du jedoch haben, z. B., wenn es darum geht: Wie verändert sich der Gewinn des Mandanten? Könnte man dies auf die höheren Ausgaben oder niedrigere Einnahmen zurückführen?

Spannend wird es auch, wenn der Mandant beispielsweise mehrere Rechnungen gleichzeitig in einer Summe bezahlt. In diesem Fall sollte man dann durch einen kurzen Blick auf die Rechnungsbeträge feststellen: „Ach, die hat er diesmal alle zusammen überwiesen.“

Der Taschenrechner ist ein wichtiger Begleiter in-der-Ausbildung und im Beruf als Steuerfachangestellter
Steuerfachangestellte/r ist ein Beruf für Zahlenbegeisterte. Tiefergehende mathematische Kenntnisse braucht man nicht. Logisches Denken ist jedoch erforderlich.

Prozentrechnung ist das A und O

Die Prozentrechnung ist der wichtigste alltägliche Begleiter eines Steuerfachangestellten – in der Schule noch viel mehr als in der Kanzlei. Im Unterricht an der Berufsschule gibt es oft Aufgaben, in denen Du den Netto-Rechnungsbetrag (ohne Steuern) gegeben bekommst und den Brutto-Rechnungsbetrag (mit Steuern) ermitteln sollst – oder auch gern mal anders herum. Wer dann noch nicht genug von der Berechnung von Prozenten hat, kann gern 2 Prozent Skonto vom Brutto-Rechnungsbetrag abziehen. Diesen kleinen Rabatt gewähren viele Unternehmen, wenn Rechnungen innerhalb einer festgelegten Zeit beglichen wird.

Natürlich ist es sehr angenehm, wenn Du Spaß am Umgang mit Zahlen hast, sei es bei der Buchhaltung, dem Jahresabschluss oder einer Steuererklärung.

Zahlengeschick wird vor allem dann verlangt, wenn der Kassen- oder Bankbestand am Monatsende von unseren Unterlagen nicht mit dem Bestand der Mandanten übereinstimmt. Dann heißt es: Wie hoch ist die Differenz? Wie könnte diese zustande gekommen sein? Hat der Anfangsbestand überhaupt gestimmt? Und schon wird man zum Sherlock Holmes der Zahlen und muss dem Fehler auf die Spur kommen – meist mit Erfolg.

Fazit

Also: Natürlich kannst Du Steuerfachangestellte/r werden, wenn Du keinen Mathe-Leistungskurs hattest oder nicht das Mathe-Ass der Schule gewesen bist. Denn um den Blick zu schulen, hat man in der dreijährigen Ausbildungszeit zum Steuerfachangestellten ausreichend Gelegenheit.

 


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