Was lernt man im Fach Steuerlehre?

22. März 2016 von

Was man in der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten im Unterrichtsfach Steuerlehre – auch Steuerwesen genannt –lernt, erklärt sich am besten, wenn wir uns die drei Lehrjahre mal genauer anschauen.
Im 1. Ausbildungsjahr wird die Abgabenordnung (AO) und die Einkommensteuer (ESt) in der Berufsschule behandelt. Im 2. Lehrjahr werden Kenntnisse über die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer (USt) vermittelt. Und im 3. Lehrjahr lernst Du Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer (GewSt). Nachfolgend erkläre ich die einzelnen Inhalte noch genau. Ein weiteres wichtiges Unterrichtsfach für angehende Steuerfachangestellte ist das Rechnungswesen, das mit der Steuerlehre „Hand in Hand“ geht.

Fragezeichen an der Berufsschultafel

Die Steuerlehre ist eines der wichtigsten Unterrichtsfächer – nicht nur für Steuerazubis, sondern auch in den Steuer-Studiengängen an Hochschulen, wie z. B. den Berufsakademien in Leipzig und Eisenach oder an der Hochschule für angewandtes Management in Erding/Ismaning.

Die Abgabenordnung

In der Abgabenordnung sind grundsätzliche Dinge im Fach Steuerlehre verankert: Was Steuern und steuerliche Nebenleistungen sind, Fristen und Termine, was ein Verwaltungsakt ist und beinhaltet, wie Zinsen und Zuschläge berechnet werden, wonach sich die Zuständigkeiten der Finanzämter richtet, wie und wann Zahlungen zu leisten sind, wie man bei Einsprüchen richtig vorgeht u. v. m.

Die Einkommensteuer

Hier lernst Du, wie man eine Steuererklärung für alle Einkunftsarten erstellt. Es gibt sieben Einkunftsarten die im § 2 Einkommensteuergesetz (EStG) aufgelistet sind. Dazu gehören:
1. Einkünfte Land und Forstwirtschaft
2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
4. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
7. Sonstige Einkünfte

In der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten bekommst Du vermittelt, was in jede Einkunftsart gehört, wie man sie steuerrechtlich behandelt und das zu versteuernde Einkommen des Mandanten errechnet. Dazu gibt es ein Berechnungsschema, das auch im § 2 EStG geregelt ist. Des Weiteren wird Dir erklärt, was es für Frei- oder Pauschalbeträge gibt und ob und inwieweit Du diese vom zu versteuernden Einkommen abziehen darfst.

Die Umsatzsteuer

Es werden vier Umsatzarten unterschieden.
1. Umsätze aus Lieferungen (z. B. normaler Wareneinkauf)
2. Umsätze aus sonstigen Leistungen (meist Dienstleistungen, z. B. Firmengebäude von einer Malerfirma neu streichen lassen)
3. Umsätze aus Einfuhr (z. B. Wareneinkauf/-verkauf außerhalb der EU))
4. Umsätze aus innergemeinschaftlichem Erwerb (z. B. Wareneinkauf/-verkauf aus der EU)

Im Fach Steuerwesen wird Dir beigebracht, was unter diesen Umsatzarten zu verstehen ist, wie Du sie unterscheidest, ob der Umsatz steuerbar und/oder steuerpflichtig ist, den Ort des Umsatzes zu bestimmen, die Bemessungsgrundlage (BMG) – also zu berechnen in welcher Höhe der Betrag zu versteuern ist –, ob man die Vorsteuer ziehen darf oder nicht. Im Grunde genommen erfährst Du also, die Umsatzsteuer (USt) für den Mandanten zu berechnen, dementsprechend eine USt-Voranmeldung beim Finanzamt einzureichen und die Umsatzsteuererklärung für den Mandanten anzufertigen.

Die Gewerbesteuer

Darüber kann ich Dir leider noch nicht so viel erzählen, weil ich ja selbst erst im 2. Lehrjar bin. Was ich Dir aber sagen kann, ist, dass die Gewerbesteuer eine Gemeindesteuer ist, d. h. sie wird von der jeweiligen Gemeinde direkt erhoben und muss vom Unternehmer entsprechend gezahlt werden. Das ist gut zu wissen, da es Bundessteuern (vom Staat erhoben, z. B. Stromsteuer), Landessteuern (von den Bundesländern erhoben, z. B. Erbschaftsteuer ) und die Gemeindesteuern (z. B. Gewerbesteuer oder Hundesteuer) gibt.

Die Praxis macht es spannend

Du hast nun einen guten Überblick, was Dich an der Berufsschule im Fach Steuerlehre (Steuerwesen) erwartet. Dort lernst Du die theoretischen Grundlagen, damit Du in der Steuerkanzlei als angehende/r Steuerfachangestellte/r die Fragen Deiner Mandanten auch richtig beantworten kannst. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn man merkt, wie dankbar die Leute sind, wenn man Ihnen – schon mit kleinen Auskünften – helfen kann.


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