Steuerfachangestellter – Auf dem Weg zum Traumberuf

16. Februar 2015 von

Anfangs stand die Frage im Raum: „In welchem Job habe ich mit Buchhaltung, Rechnungswesen, Recht und Unternehmensgründung zu tun?“ Das waren die Fächer, die mich schon im BWL-Studium begeisterten. Nach intensiver Recherche und Gesprächen mit Personen aus dem kaufmännischen Umfeld landete ich bei Berufen wie „Steuerberater“ und „Wirtschaftsprüfer“. Sie ließen mich nicht mehr los. „Wie wird man Steuerberater? Was macht dieser genau?“ Antworten waren schnell gefunden. Und da war er: Der Beruf, der mich Zeit meines Lebens begleiten soll. Auch die Dollar-Zeichen in meinen Augen wurden größer, nachdem ich mich über Gehälter und mögliche Einkünfte informierte. Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden. Dies mit Leidenschaft verbunden – perfekt. So bewarb ich mich in vielen Kanzleien, die Ausbildungsplätze zum Steuerfachangestellten anboten. Bei einer hat es dann geklappt.

Anders als gedacht

Natürlich war der erste Tag als Auszubildender völlig anders, als ich es mir in meinen Gedanken ausgemalt hatte: Keine Anzugträger, keine edel ausgestatteten Büros mit Marmor-Konferenztischen, keine Menschen, die sich jedes Wort vorher überlegen, um dekadenter zu wirken. Das sind auch die Vorurteile von vielen Außenstehenden. Jeder dachte, ich würde von nun an den halben Morgen damit verbringen, unprofessionell eine Krawatte zu binden.
Die Realität sah anders aus. Ich war begeistert. Ich konnte sein, wie ich bin. Ich konnte mich kleiden, wie ich will – natürlich dem Beruf angemessen. Business Casual heißt das in Fachkreisen. Ich musste nichts „verkaufen“, wie es oft mit dem Begriff „Berater“ in Verbindung gebracht wird. Die Kunden, die in der Steuerberatungsbranche als „Mandanten“ bezeichnet werden, brauchten wirklich Hilfe. „Mandanten“ – wieder ein Begriff, den ich bisher nur mit Anwälten assoziierte.

Die Zeit verging in einer gefühlten Sekunde. Dieser Ehrgeiz, alles über Steuern zu wissen, dirigierte meinen Tag. Umsatzsteuer hier, Einkommensteuer da. Zwischendurch? – Kaffee kochen. Natürlich gehört auch dieser Aspekt zu den „Pflichten“ des Azubis. Die größte Befürchtung vieler, die sich für einen Bürojob bewerben möchten. Sicherlich gibt es immer schwarze Schafe. Nicht nur in dieser Berufsrichtung. Sollte dies aber an der Tagesordnung sein – ganz schnell wechseln. Denn der Beruf des Steuerfachangestellten hält so unzählig vielfältige Aufgaben bereit, die durch das ständige Streben nach dem perfekten Kaffee an einem vorbeiziehen.

In der Ausbildung weiterkommen

Schließlich wechselte ich im letzten Jahr meine Kanzlei. Nicht, weil ich von Kaffeejunkies umgeben war (gut, vielleicht der ein oder andere). Nein, mein Verlangen nach Wissen wuchs. Die Aufgaben, für die ich verantwortlich war, reichten mir nicht. Ich trat auf der Stelle, denn ich saugte Neues förmlich auf: Gesetze verstehen, anzuwenden und dadurch das Beste für die Mandanten zu erreichen; das Zuordnen der unzähligen Konten; der richtige Umgang mit zahlreichen Buchhaltungsprogrammen; die organisatorischen Abläufe hinter den Steuerbescheiden und -berechnungen, Kommunizieren mit Institutionen und Mandanten.

Für den einen ausreichend, für den anderen zufriedenstellend. Für mich keins von beiden. Ich entschied mich für eine andere Kanzlei, die noch viel mehr für mich bereithält: Seminare und die Möglichkeit, außerhalb der Schule und der Kanzlei noch mehr Wissen zu erlangen – um komplexere Sachverhalte zu verstehen und zukünftig anzuwenden. Das gefällt mir.


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