Mein neues Leben als Steuerfachangestellte

28. Januar 2015 von

Das Leben nach der Schule ist komplett anders. Man hat nicht mehr so viel frei, man muss lange arbeiten, man hat andere Arbeitszeiten als Schulstunden, man kann mit seinen Kollegen nicht so reden, als wäre man in seiner „Clique“ und, und, und. Doch das alles wird leichter, wenn man einen Beruf hat, der Spaß macht. Heutzutage leider schwer zu finden, aber ich habe den perfekten Job für mich entdeckt: Steuerfachangestellte. Hört sich ziemlich langweilig an, dachte ich mir auch anfangs. Da arbeiten doch nur Streber und griesgrämige Menschen, das werde ich nie schaffen. Das waren meine Vorurteile und Gedanken an meinem ersten Arbeitstag. Ich hatte echt mega Angst und war auch irgendwie aufgeregt – eine neue Herausforderung eben. Da ich vorher schon ein knappes Jahr in der Gastro gearbeitet hatte, konnte ich relativ selbstsicher auftreten. Wenn ich jedoch von etwas keine Ahnung habe, fehlt mir Selbstvertrauen.

Auszubildende Steuerfachangestellte sitzt an ihrem Schreibtisch in der Steuerkanzlei

Mein Arbeitsplatz in der Kanzlei. Hier absolviere ich den praktischen Teil meiner dualen Ausbildung zur Steuerfachangestellten.

 

Guter Start als angehende Steuerfachangestellte

Nun stand ich da, vor meiner Kanzlei, 12 Minuten vor Arbeitsbeginn, unsicher ob ich schon klingeln sollte oder doch lieber noch warten. Wie auf Befehl kam eine Mitarbeiterin und nahm mich mit rein. Sie zeigte mir alles und auf meinem Arbeitsplatz wartete schon die erste Überraschung: Blumen und Schokolade. Besser kann man doch nicht aufgenommen werden! Dann ging es mit Kennenlernen los. Wir sind zwar nur eine kleine Kanzlei, dennoch war es erst mal schwierig, sich alle Namen zu merken – die Mitarbeiter, meinen Ausbilder, meinen Chef und die anderen Azubis. Neben mir gibt es noch zwei weitere Auszubildende. Einen im 3. Lehrjahr und eine mit mir im 1. Lehrjahr. Beide waren auch branchenfremd.

Buchhaltung gleich zu Beginn

Danach wurde ich gleich ins kalte Wasser geschmissen. Meine erste Buchhaltung. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was das ist oder was ich damit machen sollte. Die zu buchenden Belege – meist Rechnungen – waren zum Glück schon kontiert, also mit einem Vermerk versehen, auf welche Konten diese gebucht werden mussten. Das hat nicht viel genützt, ich hab nix verstanden. Die in diesem Zusammenhang wichtigen Begriffe „Soll- und Habenbuchungen“ waren Neuland für mich. Auch die DATEV-Software, mit der die Buchungen vorgenommen werden, war verwirrend. Mit ganz viel Fragen und geduldigen Antworten hatte ich es dann geschafft. Ich glaube, es waren noch Fehler drin, aber stolz war ich trotzdem, dass ich das geschafft habe. Wenn ich mich heute daran erinnere, war der erste Arbeitstag ziemlich gelungen. Ich finde es gut, dass ich gleich ins kalte Wasser geschmissen wurde. Denn so habe ich gleich etwas gelernt. Wenn ich jetzt in der Kanzlei bin, kann ich schon alleine Kontieren und Buchen, was ich ziemlich toll finde – obwohl ab und zu noch Fehler drin sind. Ich bin ja im ersten Lehrjahr und man ist ja da, um zu lernen. Auch wenn einem in der Berufsschule gleich klargemacht wird, das Steuerfachangestellter ein schwerer Ausbildungsberuf ist, bin ich guter Dinge. Ich habe eine tolle Kanzlei, einen Beruf der Spaß macht, den Willen und den Ehrgeiz.


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