Kick-off zur Steuerfachangestellten-Ausbildung

20. August 2015 von

Kurz nachdem ich aus meinem Auslandsjahr in den Niederlanden zurückgekommen war, habe ich noch vor Beginn der Ausbildung an den Kick-Off-Einführungstagen teilgenommen. Diese Veranstaltung wird von der Steuerberaterkammer Sachsen organisiert und ist eine tolle Gelegenheit, um mit Auszubildenden oder BA-Studenten in Kontakt zu kommen. Dort wurde mir bewusst, die Ausbildung zur Steuerfachangestellten hat begonnen! Die Referenten sprachen von Umsatz- und Einkommensteuer, Knigge, Dress-Code und Kommunikation. Auch konnten wir erste Eindrücke von dem Computerprogramm Datev gewinnen, das in der Kanzlei mein täglicher Begleiter ist. Meine Finger kribbelten voller Erwartung, im September 2014 endlich anfangen zu dürfen!

Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Tag in meiner Kanzlei. Pünktlich betrat ich den Empfangsbereich. Dort begrüßte mich freudestrahlend meine Ausbilderin und führte mich zu meinem neuen Arbeitsplatz. Auf dem Weg dorthin wurde ich einigen Kollegen vorgestellt. Ich gab mir Mühe, mir möglichst viele Namen gleich zu merken. Dennoch erwiesen sich die Türschilder später als gute Spicker.

Keine Scheu vor neuen Dingen

Der erste Tag verging wie im Flug. Nachdem die ersten organisatorischen Dinge besprochen, der Computer hochgefahren und ich angekommen war, ging es gleich los. Meine Ausbilderin zeigte mir ein Regal mit Ordnern und sagte: „Das sind die Azubi-Fibu-Mandate.“ Was ein Azubi ist, wusste ich, den Begriff Mandanten kennt man auch irgendwie, aber Fibu? Ich sollte die FInanzBUchhaltung von Mandanten übernehmen, soviel zum Wort Fibu. Dabei reichen die Mandanten ihre betrieblichen Kontoauszüge mit den Belegen für Einnahmen und Ausgaben bei uns in der Kanzlei ein und man erfasst diese dann entsprechend in Datev.

Das erste Jahr habe ich im Steuerbereich verbracht, wo die Fibus für unterschiedliche Mandanten, zum Beispiel Ärzte und andere Freiberufler, erstellt werden. Bis zum Ende meiner Ausbildung zur Steuerfachangestellten werde ich aber noch in viele andere Bereiche meiner Kanzlei hineinschnuppern können, um am Ende zu entscheiden, in welchem Bereich ich mich fortbilden möchte.

Für Abwechslung ist als Steuerfachangestellte gesorgt

Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten hat den Ruf, „trocken“ zu sein, doch das sehe ich nicht so, denn es gibt vielfältige Aufgabenfelder, in denen ich eingesetzt werden kann. Man hat viel mit Menschen zu tun, seien es die Kollegen oder die Mandanten, und man kann sich durch Gesetzestexte, Buchführungen oder Arbeitsstundenberechnungen durchfuchsen. Außerdem sind die gelernten Inhalte lebensnahe Erfahrungen, die man im alltäglichen Leben immer gut gebrauchen kann.

Es gehört natürlich auch Faszination für den Sachverhalt dazu. Ob man eine Portion Pommes „zum Mitnehmen“ oder „zum Hieressen“ bestellt, ist umsatzsteuerlich betrachtet, ein relevanter Unterschied für das Unternehmen. Während Lieferungen von Speisen („zum Mitnehmen“) mit 7 Prozent besteuert werden, gilt für Restaurantleistungen der allgemeine Steuersatz von 19 Prozent. Diese Gedanken macht man sich als werdende Steuerfachangestellte bei der Bestellung, auch wenn die Pommes „zum Mitnehmen“ dadurch nicht günstiger wird.


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Alle Infos zur Ausbildung

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