5 typische Aufgaben im 3. Ausbildungsjahr einer Steuerfachangestellten

7. Juni 2017 von

Das spannendste in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten ist tatsächlich das 3. Ausbildungsjahr. In diesem merkst du erst mal so richtig, wie viel und wofür du in den letzten Jahren gelernt hast. Die Verknüpfungen zwischen Theorie und Praxis klappen immer öfter und du wirst immer wissbegieriger. Folgende Aufgaben sind für mich die Highlights im 3. Ausbildungsjahr zur Steuerfachangestellten.

Steuerfachangestellte/r ist ein Beruf für Zahlenbegeisterte. Tiefergehende mathematische Kenntnisse braucht man nicht.

Jahresabschluss und Gewinnermittlung – finale Bearbeitung der Finanzbuchhaltung

Am Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres muss je nach Größe und Umfang des Unternehmens ein Jahresabschluss oder eine Gewinnermittlung erstellt werden. Dabei überprüft man die Finanzbuchhaltung des gesamten Jahres, kann also die dafür erlernten Fähigkeiten wieder einsetzen und ergänzt diese mit verschiedenen Buchungen, damit es am Ende ein rundes Bild ergibt. Gerade jene Buchungen, die z.B. hinsichtlich der PKW-Nutzung gemacht werden müssen, können jetzt erst korrekt erfasst werden, da du jetzt erst weißt: Wie viel ist der Unternehmer mit dem PKW gefahren? Waren die Fahrten betrieblich oder privat? Welche Kosten hatte er dabei – Reparaturen, Benzin, Versicherung und Steuern? Schließlich ist die Höhe des Gewinns oder Verlustes aus den Einkünften aus Gewerbebetrieb für dich dann wichtig, da du diesen Wert dann in die Einkommensteuererklärung übernehmen musst.

 

Einkommensteuererklärung – das Werkzeug eines jeden Steuerpflichtigen

Ich durfte im 3. Ausbildungsjahr in meiner Kanzlei in die Abteilung wechseln, in der die Einkommensteuererklärungen bearbeitet werden. Sei es von einem Arbeitnehmer, einem Arzt mit Praxis, einem Rentner-Ehepaar oder von dem Geschäftsführer einer großen GmbH. Wie hoch sind die Werbungskosten des Arbeitsnehmers? Wo liegt seine erste Tätigkeitstätte? Sind seine außergewöhnlichen Belastungen, sprich seine Krankheitskosten, Arztrechnungen und Medikamente höher als seine zumutbare Belastung und haben diese somit eine steuerliche Auswirkung? Viele Fragen, die alle im Rahmen der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung beantwortet werden müssen und vor allem immer in Kooperation mit dem Mandanten und gegeben falls mit Kollegen aus anderen Abteilungen.

 

Beratung der Mandanten – Einfühlungsvermögen ist gefragt!

Für die Übergabe der Unterlagen für die Einkommensteuererklärung, kommen die Mandanten oft mit vielen Belegen und Rechnungen und ungefähr genauso vielen Fragen zu uns in die Kanzlei. Dabei habe ich gelernt: Die wichtigsten Informationen bekommt man dabei so „by the way“. Wenn du also in dem Unterrichtsfach „Mandantenorientierte Kommunikation und Kooperation“ gut aufgepasst hast, kannst du jetzt dem Gesprächsablauf des Steuerberaters sehr gut folgen. Wenn der Steuerberater oder Kollege dann doch mal das Zimmer verlässt, liegt es an dir, das Gespräch mit dem Mandanten beizubehalten, jetzt heißt es: Fingerspitzengefühl beweisen!

 

Wer hat dieses Mandat bearbeitet – der Azubi im 3. Ausbildungsjahr!

Gerade bei umfangreichen Mandanten, die auf Grund der Größe ihres Unternehmens in vielen Abteilungen bei uns in der Kanzlei betreut werden, passiert es nicht selten, dass man sich mit Kollegen abstimmen muss. Jetzt bist du der Ansprechpartner und kannst gemeinsam die steuerlich gesehen beste Beratung mit deinen Kollegen austüfteln. Spannend, welche Verknüpfungen auch hier gemacht werden können!

 

Erfahrungen an die Auszubildenden im 1./ 2. Lehrjahr weitergeben

Mittlerweile haben bereits neue Auszubildende zum Steuerfachangestellten in der Kanzlei begonnen. Hier ist der Austausch zwischen den Azubis und den bereits ausgelernten Mitarbeitern für beide Seiten sehr wertvoll.  Hier kommen Fragen auf, wie z.B. Wie ist es bei dir in der Schule? Weißt du, was der Lehrer mit der Aufgabenstellung meint? Hast du Übungsaufgaben für mich? Die Erfahrungen, welche ich in meiner Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht habe, an andere weiterzugeben macht richtig Spaß und manchmal lerne auch ich selbst dabei noch etwas dazu!

Nach bestandener schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung ist es nun endlich, nach drei Jahren Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten, hast du es geschafft und darfst dich Steuerfachangestellte/-r nennen. Der erste große Schritt und Abschnitt ist geschafft, doch wie geht es weiter? Jetzt stehen Dir viele Türen offen – du kannst erst einmal in deinem Bereich arbeiten und weitere Erfahrungen sammeln und du kannst dich auch in die verschiedensten Richtungen fortbilden, wie die Fortbildung zum Steuerfachwirt oder die des Fachassistenten für Lohn und Gehalt. Als großen Abschluss kannst du dann noch das Steuerberaterexamen in Angriff nehmen.

Es gibt auf jeden Fall sehr viele Perspektiven und Karrierechancen in dieser Branche.

Ich wünsche Dir in jedem Fall viel Freude dabei!

 


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Du arbeitest am Jahresabschluss eines erfolgreichen Unternehmens, machst die Finanzbuchhaltung vom Bäcker nebenan und kannst auch noch Deine Eltern mit den aktuellsten Steuertipps beeindrucken. Als Steuerfachangestellte/r ist kein Tag wie der andere und die Mandanten kommen von überall. Als Steuerexperte bist du wirklich gefragt. Dich erwarten abwechslungsreiche Arbeit im Team und kniffelige Fälle aus ganz verschiedenen Bereichen der Wirtschaft. Entdecke den Beruf „Steuerfachangestellte/r“. Da steckt mehr drin, als Du denkst!

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